Gerechtigkeit
Die Wege, die zu Gott führen sind verschlungen, noch viel mehr jene, die zum Erfolg führen.
Greorgis ist Grieche, er hat sich mit einem Getränkehandel in der Nähe von Avignon selbständig gemacht, Mineralwasser, gute und sehr gute Weine, meist aus ökologischem Anbau, und auch erlesene hochprozentige Besonderheiten führt er im Sortiment, auch Biere.
Soweit, so zufrieden ist er, nur so ca. drei- bis siebenmal pro Tag muß er hinter der Kasse hervorspringen und manchen Kunden ganz schnell klarmachen, daß der Transportwagen rückwärts, r ü c k w ä r t s , die kleine Rampe hinunter aus dem Laden herausbugsiert werden sollte, damit nicht schon wieder drei Kästen Bier oder zwölf Flaschen Wein
kopfüber vom Wägelchen fliegen und auf dem Beton der Straße zerschellen.
An einem solchen Tag , während Greorgis das Unheil gerade noch hatte abwenden können, schlüpften zwei junge Männer ins Geschäft, schlenderten durch die Gänge mit den Regalen für die Getränke und nahmen die eine oder andere Flasche in die Han und wohlgefällig in Augenschein. Ein durchaus üblicher Vorgang.
Greorgis aber war sich absolut sicher, daß dabei eine Flasche Perrier in der Mantelinnentasche einer der beiden Männer verschwand. Der Champagner natürlich, nicht das Mineralwasser.
Beweisen konnte oder wollte er das nicht, als die Kunden unverrichteter Dinge seinen Laden verließen.
Man weiß ja nicht, vielleicht eines Tages doch, dachte er, als sie bedauernd lächelnd meinten, sie hätten das richtige nicht gefunden.
Draußen angekommen, drehte sich einer der zwei nocheinmal um, winkte zum Abschied, hatte einen unsicheren Stand, kam ins Trudeln und setzte sich fest und entschlossen auf den Hintern.
Heißa, wie das knallte und schäumte!
Die Champagnerflasche war zerbrochen, der Inhalt verspritzte über Mantel und Boden , und dem Unglücksmenschen steckten höchstwahrscheinlich einige Glassplitter im Hinterteil.
Jedenfalls sah es sehr putzig aus, wie die beiden wegrannten und der eine sich den Hintern festhielt.
Seit dieser Zeit glaubt Greorgis wieder an überirdische Gerechtigkeit, und lachend
sagt er, es sei gut, Beziehungen zu Freunden an der richtigen Stelle zu pflegen.
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