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Aber schließlich gibt es ja noch die streng ökologische Alternative für die kalten Winterabende...wie war das denn, Jean-Paul wollte doch diesen alten Schuppen vermieten, das wäre doch vielleicht..
Nun, Fabienne hatte endlich mal ihre uralten Freunde Monika und Achim in Deutschland besucht, die haben eine Wohnung im Fränkischen, nahe bei Kulmbach und Neustadt an der Aisch. Hell begeistert von der Landschaft, den Leuten, dem Wein, den schmackhaften , preiswert und reichlich servierten Speisen und auch von den schier unglaublichen Mengen Brennholz vor fast jedem Haus wieder heimgekommen.
Am liebsten hätte sie wohl für den nächsten Winter einige Tonnen Ofenholz nach Südfrankreich mitbringen mögen, doch das hatte sie mit ihrem ökologisch-ökonomischen Engagement partout nicht in Einklang bringen können.
Aber sie hatte eine Idee mitgebracht, eine Idee, von der sie noch immer ganz besessen ist.
Achim hatte einige Einkäufe im regionalen Baumarkt erledigen müssen, und Fabienne hatte ihn begleitet, auch um mal so zu vergleichen mit den Geschäften bei Nîmes, "Monsieur Bricolage" zum Beispiel. Und dann hatte sie ihre Entdeckung gemacht: In Franken werden Holzbriketts aus gepreßten Holzabfällen zwar ebenso angeboten wie in manchen Baumärkten im Süden Frankreichs, aber die kommen aus Österreich und sind viel weniger teuer als die französischen aus dem Elsaß.
Und wenn Fabienne eine Idee hat...
Sie hat telefoniert, hin und her Faxe geschickt und uns dann auf's Laufende gebracht:
Um überhaupt diese Holzbriketts nach Frankreich importieren zu können, muß man den Status eines commercant haben, Kaufmann sein, oder, besser noch, einen Brennstoffhandel haben.
Dann wollten die Östereicher wissen, wie den die distribution vonstatten gehen sollte, ob überhaupt hinreichend trockener Lagerraum vorhanden sei und so weiter.
Fabienne dagegen bestand darauf, man möge ihr zunächst ein ökologische Unbedenklichkeitszertifikat, eine Analyse der Schadstoffe schicken, das weitere wäre dann überhaupt kein Problem mehr.
Vor ein paar Tagen nun hatte sie alle Informationen parat: Schadstoffe und Emissionswerte sämtlich unterhalb der europäischen Norm, Abbrand fast ohne Asche, ökologisch sinnvoll und ökonomisch empfehlenswert; Heizwert viel höher als Holz (mindestens 18,5 MJ/kg), doppelt so trocken wie normales Scheitholz und - außerdem ergibt die Asche mineralstoffreichen Dünger.
Triumphierend wie eine Kartenspielerin legte sie uns die bunten Prospekte hintereinander auf den Tisch.
Ja, fragte Jörg schüchtern, schön und gut, aber was ist mit dem Transport, was ist mit den Preisen? Und wie an die Kunden kommen?
Naja, räumte Fabienne, ein wenig ernüchtert, ein. Das kommt auf die Menge an.
Im Gegensatz zu Holz braucht man ja viel weniger Lagerplatz, n'est-ce-pas.
Also, ein ganzer LKW mit 24 to, also vierundzwanzig Paletten, würde -ohne TVA-
knapp 7500.- FF kosten, sagte sie kühl.
Wir sahen uns bestürzt an.
Aber Jörg rechnet schon, betriebswirtschaftlich. Am Wochenende will er uns das Ergebnis sagen.
Und Serge mußte noch unbedingt von la cigalle et la fourmi fabulieren, von wegen an den Winter denken und so.
Aber die Idee, die finden alle gut. Ökologisch auf jeden Fall.
Weitermachen mit Anlieferung!!!!
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